Startseite
Unser Leben

Unser Ursprung
Gott
Dominikus
Augustinus
Katharina von Siena
Mutter M. Cherubine

Orte des Wirkens
Mission
Unsere Liturgie
be-Ruf-en
Beten mit dem Leib
Unsere Angebote
Unser Gästehaus
Impulse
Fotogalerie
Impressum
Kontakt - Anfrage
 

Impuls
Im Puls der Weihnacht


Gottesgeburt in der Geschichte

Das Wort Gottes kommt zum Menschen, um ihn in die Gemeinschaft mit seinem Ursprung jenseits aller Geschichte zurückzuholen. Es bliebe beim ewig dunklen Dialog des Menschen mit sich selbst, wäre dieses Wort nicht im Anfang bei Gott, der Gemeinschaft ist und Gemeinschaft will. In seinem Wort teilt er sich dem Menschen vorbehaltlos mit, er kommt in die Welt als DAS Wort des Lebens (1 Joh 1,1 ), als einer, der das Leben ist, das Leben hat und es in Fülle gibt.
Das Wort Gottes ist Fleisch geworden,
es hat in Jesus unser Leben in seiner ganzen Menschlichkeit angenommen,
die tiefsten Abgründe durchlebt
und alle Nichtigkeit, Vergänglichkeit, und Vergeblichkeit durchlitten.
Gott stellt sich äußerster menschlicher Armut,
um sein Geschöpf unendlich reich zu machen.
Der Ewige wird zeitlich, der Schöpfer ein Teil der Schöpfung,
Allmacht wird Ohnmacht, und das Grenzenlose wird in die Endlichkeit entbunden,
damit der Mensch in die Fülle des Lebens eingebunden wird.

Das Wort Gottes schlägt seither eine unzerstörbare lebendige Brücke zum Menschen. Ein neues Band ist geknüpft, ein neuer Bund uns geschenkt.
Das göttliche Wort wollte Fleisch werden, aber nicht ohne eine menschliche Antwort.
Maria gab ihr Wort, sie übergab ihren eigenen Leib, in den Gott hinuntersteigen konnte - in das Fleisch, in die konkrete Geschichte der Menschheit .
Maria schenkt dem Wort des Lebens ihr Leben, dem Wort, durch das alles geschaffen ist, auch sie. Gott zeugte den, ohne den überhaupt nichts ist, und Maria gebar den, ohne den nichts so ist, wie es sein sollte. Das geschieht unter sehr alltäglichen, armseligen Umständen: mitten in der Hetze einer erfolglosen Suche nach Unterkunft, völlig improvisiert im Stall von Bethlehem kommt das göttliche Leben in unsere menschliche Armut und Enge, in den Stall unseres Lebens.
Gott nimmt diese unsere Wirklichkeit in all ihren Dimensionen an, um jeder und jedem von uns zu sagen, wie unendlich kostbar wir für ihn sind.

Das Wort Gottes ist seither für mich keine Formel, keine Utopie, kein fremder Gott mehr.
Es will in mir Gestalt annehmen und
mein alltägliches Leben durchdringen und erfüllen.
Die Menschenfreundlichkeit Gottes
schenkt mir dieses Kind in der Krippe,
damit ich und die Welt menschenfreundlicher werden.
Die Menschwerdung Gottes ist ein für allemal geschehen,
und doch will sie sich in mir immer neu ereignen und Wirklichkeit werden.
Ich bin die Drehscheibe dieses Ereignisses.
Ob das Kind für mich wirklich Retter, Erlöser
und Immanuel - Gott mit uns - geworden ist,
zeigt sich, ob ich seiner rettenden Liebe meine Hände, Füße und die Wärme meines Herzens offen hinhalte:
Vom göttlichen Wort in An-Spruch genommen, werde ich erst Mensch, finde ich mein wahres Wesen. Das Wort des Lebens kommt in mein Leben und bringt mich ins Licht!

Pater Vladimir Koudelka OP

Pater Vladimir J. Koudelka ist 1919 in Tschechien geboren, trat in den Dominikanerorden ein und promovierte in Kirchengeschichte. Während seiner Arbeit am Historischen Institut der Dominikaner in Rom (1942 bis 1976) gelangen ihm mehrere Neuentdeckungen in der Erforschung der Urkunden, die den hl. Dominikus betreffen.
Seit 1990 ist P. Koudelka Hausgeistlicher in unserem Kloster in Rickenbach / LU, Schweiz.
Der Text ist einem Betrachtungs-Zyklus über die Christusgeheimnisse, die im Rosenkranzgebet meditiert werden können, entnommen.